News vom 27.08.2020

Departement
Inneres und Sicherheit
Vernehmlassung Geldspielgesetz
Schützenstrasse 1
9102 Herisau

 

9411 Schachen bei Reute, 27. August 2020

 

Stellungnahme der Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden (PU AR) zur Vernehmlassung
Kantonales Geldspielgesetz

Geschätzter Herr Regierungsrat
Sehr geehrte Damen und Herren

Mit Schreiben vom 26. Juni 2020 laden Sie uns ein, zum kantonalen Geldspielgesetz Stellung zu nehmen, wofür wir uns bedanken. Gerne äussern sich die Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden (PU AR) fristgerecht zu dieser Vernehmlassung wie folgt:


Die Unterlagen sind unserer Meinung nach gut aufbereitet, ausführlich, aber manchmal mit unterschiedlichen Begriffen ohne klare Definition versehen. Die Antworttabelle erleichtert die Eingabe zu dieser Vernehmlassung.


Grundsätzliche Anmerkungen zum Erläuternden Bericht


Termin: Die Zeitachse zu diesem Gesetz lässt doch Fragezeichen aufkommen. Das eidgenössische Geldspielgesetz trat per 1. Januar 2019 in Kraft und sieht eine Übergangsfrist von 2 Jahren vor. Für diese, relativ einfache Gesetzgebung wurden seit dem Volksentscheid am 18. Juni 2018 über zwei Jahre bis zu dieser Vernehmlassung benötigt. Mit den parlamentarischen Prozessen, der Möglichkeit der Mitwirkung (Volksdiskussion) und der nötigen Publikation (inkl. Fristen zur Inkraftsetzung) wird dieses Gesetz wohl nicht rechtzeitig in Kraft gesetzt werden können. Wir bitten den Regierungsrat, sich in Zukunft an die vorgesehenen Fristen zu halten. Auch darum, weil der Kantonsrat mangels beschlussfähigen Geschäften Sitzungen ausfallen lassen muss obwohl es, wie vorliegend, Pendenzen und nicht eingehaltene Fristen gibt.


Freiheitliches Gedankengut (Zitat Ausgangslage, Abs.2): Die grundsätzlichen Überlegungen mit einem Verweis auf den Fremdenverkehr und die Kursaalverordnung sind durchaus berechtigt. Die aktuelle Lage des Tourismus in Appenzell Ausserrhoden und die Bedeutung des Glückspiels dafür, ist momentan gleichwohl eine andere. Der Verweis auf das traditionell freiheitliche Gedankengut wird herausgestrichen. Ob dieses Gesetz eine erfolgreiche Prävention ermöglicht, wird sich zeigen. Freiheitlich und mit Möglichkeiten für innovative Unternehmungen ist es aber aus unserer Sicht nicht. Allein die Meldungen, Abgaben und Gebühren blockieren private Innovationen.

 

Trotz der Tendenz, das staatliche Lotterie- und Spielbankenmonopol mit allen Mitteln und Massnahmen (Bsp. Netzsperren) zu schützen, muss es im Sinne von Appenzell Ausserrhoden und des Regierungsrates sein, dass Entwicklungen auch ohne eigene Spielbank möglich sind. Deshalb erachten die PU AR die Gebühren und Abgaben als zu hoch. Insbesondere für Mehrzweckgebäude, Restaurants mit Saal und weiteren öffentlichen oder privaten Anbietern wäre dies unter Umständen ein Geschäftsfeld. Auch ein neues Poker-lokal könnte mit geringeren Abgaben und Gebühren die Chancen wieder nutzen, nachdem der Bund private Pokerbetriebe zwischenzeitlich verboten hatte.
Prävention: Die Prävention in Bereichen des Geldspiels ist, genau wie Alkohol- und Tabakprävention, sehr anspruchsvoll. Es besteht ein Dilemma, weil man einerseits vor den negativen Auswirkungen schützen möchte, andererseits der Staat nicht auf die Steuern und Gewinnausschüttungen verzichten will. Genau gleich verhält es sich mit Anbietern von Geldspielen. Selbstverständlich müssen Wirte mit Spielautomaten und Veranstalter von Pokerturnieren sensibilisiert und ausgebildet werden. Fraglich ist aber, ob diese ein grosses Interesse haben, ihre „besten“ Kunden zu melden und sperren zu lassen.
Unklar wird es für die Mehrheit der Parteiunabhängigen, wenn eine Sperre nicht über den Zugang des Spiels, sondern über die Gewinnausschüttung erfolgen soll (vgl: Spielbanken überprüfen vor Einlass, ob eine Sperre vorliegt). Das heisst, ein gesperrter Spieler kann zwar noch Geld setzen, aber keines mehr gewinnen! Kann der Regierungsrat erklären, weshalb er diesen Weg gewählt hat? Gibt es Beispiele bei denen eine solche Verweigerung der Gewinnausschüttung funktioniert hat? Für die PU AR ist es wichtig, dass Spielsüchtige am Geld verspielen gehindert werden, nicht am Gewinnen.
Wir bedanken uns für die wohlwollende Aufnahme unserer Anliegen.
Freundliche Grüsse


Parteiunabhängige Appenzell Ausserrhoden


sig. Arlette Schläpfer, Verantwortliche Vernehmlassungen

 

 

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Synopse Kantonales Geldspielgesetz PU AR
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News vom 12.08.2020

Departement
Gesundheit und Soziales
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau

 

 

9411 Schachen bei Reute, 12. August 2020

 

 

Stellungnahme der Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden (PU AR) zur Vernehmlassung
Behindertenintegrationsgesetz (BIG)

 

Geschätzter Herr Regierungsrat
Sehr geehrte Damen und Herren

 

Mit Schreiben vom 25. Mai 2020 laden Sie uns ein zum Behindertenintegrationsgesetz (BIG) Stellung zu nehmen, wofür wir uns bedanken. Gerne äussern sich die Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden (PU AR) fristgerecht zu dieser Vernehmlassung wie folgt:

 

Grundsätzliches
Die Unterlagen sind unserer Meinung nach gut aufbereitet, ausführlich und verständlich. Die synoptische, bearbeitbare Aufbereitung erleichtert die Eingabe zu dieser Vernehmlassung. Danke dafür.


Ob das BIG seinem Namen gerecht wird, wird die Umsetzung im Alltag beweisen müssen. Das Gesetz erweist sich als Grundlage, um die soziale Sicherheit von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu garantieren. Es zielt aber noch zu wenig darauf ab, die Integration oder wünschenswerter die Inklusion von Menschen mit Unterstützungsbedarf auf dem 1. Arbeitsmarkt – vor allem auch mit der Unterstützung der Wirtschaft – nachhaltig zu fördern. Der Einbezug der Wirtschaft wird zwar im Erläuternden Bericht unter «D. 1. Ziele» wie folgt beschrieben:
«Ebenso sollen bedarfsorientiert und pragmatisch neue Möglichkeiten im Bereich der beruflichen Integration in den ersten Arbeitsmarkt geschaffen werden. Dies soll erreicht werden, indem Arbeitgebende, welche in ihrem Betrieb Mitarbeitende mit Behinderung anstellen, mit einem Beitrag für den behinderungsbedingten zusätzlichen Begleit- und Betreuungsaufwand entschädigt werden».


Im Gesetz hingegen erachten wir den Einbezug der Industrie und des Gewerbes und damit auch des Amtes für Wirtschaft als zu wenig ausformuliert sowie für bedarfsorientierte und pragmatische Lösungen zu wenig offen (vergleiche Ausführungen zu den einzelnen Gesetzesartikeln). Im Wissen, dass die Verordnung mit den detaillierteren Bestimmungen nach der 1. Lesung im Kantonsrat entsteht, sind wir der Meinung, dass bereits im Gesetz griffiger formuliert werden sollte. Der konkrete Einbezug von Amt für Wirtschaft, Gewerbe- und Industrieverband sowie weiteren Wirtschafts- und Arbeitgeberorganisationen ist aus Sicht der PU AR notwendig.


Schliesslich erlauben wir uns die Feststellung, dass wir eine schnellere Umsetzung der UN-BRK generell als erstrebenswert erachten und damit auch Verbindungen zu anderen Bereichen hergestellt werden sollen. So denken wir z.B. an die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG), damit Menschen mit Unterstützungsbedarf den ÖV grundsätzlich autonom und benachteiligungsfrei nutzen können. Das BehiG hält fest, dass der ÖV bis spätestens Ende 2023 den Bedürfnissen der Behinderten und altersbedingt eingeschränkt Reisenden entsprechen muss. Das BehiG ist seit 2004 in Kraft, zeigt auch Wirkung und trotzdem gibt es noch vieles zu tun.


Anmerkungen zum Erläuternden Bericht
Wie in der Synopse ausgeführt, sind wir der Überzeugung, dass der Einbezug der Wirtschaft gefördert und unter-stützt werden muss. Dies soll gemäss Artikel 16 auch mit «Beratung» geschehen. Laut «E. Auswirkungen 3. Personell» sind keine weiteren zusätzlichen Personalressourcen vorgesehen. Gerade aber die Beratung der Wirtschaft bedingt unserer Ansicht nach erhöhte Personalressourcen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich die Leistungsarten stark an den Institutionen ausrichten und zu wenig Möglichkeiten für die Arbeitgeber bestehen. Hier könnte das Amt für Wirtschaft einen massgeblichen Part übernehmen.

 

2019 gab es gemäss dem Bundesamt für Sozialversicherungen1) in der Schweiz 217‘700 Bezüger/innen von Renten der Invalidenversicherung. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden waren es 1‘468 Menschen. Um wie viele Rentner/ innen es sich dabei handelt, welche ohne Beschäftigung oder Arbeit zu Hause weilen, liess sich nicht eruieren. Arbeit/Beschäftigung soll sich grundsätzlich „lohnen“. Einerseits ist aber darauf zu achten, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf nicht ausgenutzt werden und andererseits kann ein Anreiz, wie es die Arbeitslosenversicherung mit dem Zwischenverdienst kennt, dazu dienen, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf ihren Rententeil „aufbessern“ können. Damit können Ergänzungsleistungen eingespart und vor allem aber der sozialen Isolation entgegengewirkt werden. Im vorliegenden BIG sind die Anreize zur Integration eher bescheiden ausgestattet. Hier fehlt es nach unserer Ansicht an innovativem Gedankengut.

 

Zum Schluss möchten wir den Regierungsrat bitten, die Möglichkeit eines ganzheitlichen Gesetzes zu prüfen. Wie der Name suggeriert, werden nicht alle Integrationsmassnahmen für Menschen mit Unterstützungsbedarf abgehandelt. So sind z.B. auch bauliche Massnahmen für Menschen mit Behinderungen eine wichtige Form der Integration. Sie ermöglichen erst ein barrierefreies Erreichen der Arbeitsstelle. Gerne betonen wir nochmals, dass die Integration in den 1. Arbeitsmarkt nur mit Einbezug der Arbeitgeber gelingt.
Es entsteht der Eindruck, dass hier zwar ein neues Gesetz entstehen soll, das aber möglichst keine Kostenfolgen auslösen darf. Wir laden den Regierungsrat ein, departementsübergreifend Lösungen zu suchen, um alle Lebensthemen zu erfassen. Integration wird nicht mit einem Gesetz erfolgreich, sondern mit einem ganzheitlichen Denken.

 

Wir bedanken uns für die wohlwollende Aufnahme unserer Anliegen.

 

Freundliche Grüsse
Parteiunabhängige Appenzell Ausserrhoden

 

 

sig. Arlette Schläpfer, Präsidentin

 

 

Download
Synopse / Hinweise der Parteiunabhängigen (PU AR)
Behindertenintegrationsgesetz
Vernehmlassungsentwurf Regierungsrat, 19. Mai 2020
Synopse BIG PU AR.pdf
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Präsidentenwechsel bei den Parteiunabhängigen: Arlette Schläpfer übernimmt

Zeitung: appenzell24

Datum: 05.07.2020

Sechste Mitgliederversammlung der Parteiunabhängigen Ausserrhoden in Hundwil

Der alt/neue Vorstand (vl): Hans-Peter Ramsauer (bisher); Stephan Wüthrich (Rücktritt); Eva Schläpfer (neu); Ralph Menet (neu); Arlette Schläpfer (bisher, neue Präsidentin); Andreas Zuberbühler (bisher, Rücktritt als Präsident); Edith Beeler (Rücktritt);
Der alt/neue Vorstand (vl): Hans-Peter Ramsauer (bisher); Stephan Wüthrich (Rücktritt); Eva Schläpfer (neu); Ralph Menet (neu); Arlette Schläpfer (bisher, neue Präsidentin); Andreas Zuberbühler (bisher, Rücktritt als Präsident); Edith Beeler (Rücktritt);

Am Samstag haben sich die Parteiunabhängigen AR zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung getroffen. Präsident Andreas Zuberbühler durfte Zweidrittel der Vereinsmitglieder begrüssen. In seinem Jahresbericht hielt er Rückschau auf die politischen und gesellschaftlichen Höhepunkte des Vereinslebens, darunter die für die PU AR äusserst erfolgreichen Wahlen vom letzten Jahr.

 

Weniger erfreulich war das Traktandum Vorstandswahl. Leider gab der Präsident bekannt, dass er sein Amt zur Verfügung stelle, da er mit seiner Aufgabe als Fraktionschef schon enorm viel Zeit investieren muss. Erfreulicherweise konnte mit alt Kantonsrätin Arlette Schläpfer, Reute, eine würdige Nachfolgerin gefunden werden – einstimmige Wahl. Ebenfalls den Rücktritt aus dem Vorstand gaben die beiden Gründungsmitglieder Edith Beeler, alt Kantonsrätin und Gemeindepräsidentin von Wald, sowie Stephan Wüthrich, Kantonsrat aus Wolfhalden. Neu in den Vorstand gewählt wurden Einwohnerrätin Eva Schläpfer, Herisau, sowie alt Kantonsrat Ralf Menet, Gais.

 

Zu reden gab schliesslich eine vom Vorstand beantragte Statutenänderung, welche die Ernennung von Ehrenmitgliedern möglich machen soll. Der Antrag stiess auf Opposition, weil Kritik geäussert wurde: Es sei zu befürchten, dass so in ein paar Jahren von «Chnuschtis» mit Ehrenmitgliedschaft die gedeihliche Entwicklung des Vereins blockiert werden könnte. Mit präsidialem Stichentscheid wurde die Statutenänderung schliesslich angenommen und in der Folge wurde Stephan Wüthrich als Dank für seinen unglaublichen Einsatz während der letzten Jahre zum ersten Ehrenmitglied ernannt.